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Mentoring: „Du kannst das, mach das!“

Wie das BJV-Mentoring jungen Journalisten Flügel verleiht – Jetzt bewerben!

München, 30.12.2011

München - Ob das Mentoring-Jahr so intensiv war, dass sie am anderen Ende der Welt Abstand suchte? Susanne Pahler amüsiert die Frage. Die freie Journalistin, die bei Burda lernte und arbeitete und nun in München ein eigenes Büro betreibt, ist gerade von einer Pressereise aus Neuseeland zurückgekehrt. Der Jetlag steckt ihr noch in den Knochen.  Die Erinnerung ans Mentoring-Programm vom BJV ist noch frisch: „Intensiv war’s, ja. Ich habe sehr viel mitgenommen, bis nach Neuseeland.“

Pahler bildete mit ihrem Mentor Christian Thiele eines von zehn Tandems in der vierten BJV-Mentoring-Runde. Die fünfte steht bevor. Das Konzept hierfür haben der Projektleiter Wolfgang Soergel und die Trainerin Nele Haasen 2005 entwickelt. Ziel ist, dass erfahrene Journalisten in individuell vereinbarten Vier-Augen-Gesprächen Nachwuchskräfte, vulgo Mentees, in ihrer beruflichen wie auch persönlichen Entwicklung unterstützen. Im Idealfall natürlich auch vice versa.

Vom Erfahrungsschatz profitiert
Mentor Thiele, als Textchef beim „Playboy“ angestellt, wechselte während des Programms in die Selbstständigkeit, oder wie er sagt: „vom bösen Redakteur, der zu wenig zahlt, in die Rolle des genialen Autors, der zu wenig Honorar bekommt“.

Eine Situation, die sein Mentee schon gut kannte. So hatte Susanne
Pahler für ihren Mentor aus ihrer Praxis ganz praktische Antworten auf Fragen wie „Wie viel Geld vom Honorar lege ich für die Steuer beiseite?“. Sie selbst, obgleich nur vier Jahre jünger, profitierte von Thieles Erfahrungsschatz: „Er war immerhin schon der Dritte im Impressum von oben.“ Der berufliche Ratschlag habe sie gelehrt, mutiger zu sein bei dem, was sie tut. Möglicherweise, merkt Pahler an, hätte eine Mentorin ihre anfänglichen Unsicherheiten noch besser verstanden.

Für Thiele war es interessant zu sehen, welche Ansichten und Ängste jemand begleiten, der noch relativ neu im Beruf ist. Insbesondere Journalistinnen, so seine Beobachtung als Dozent und Ausbilder, neigten dazu, ihr Licht unter den Scheffel zu stellen. Seine Mentee trieb Thiele stets an: „Susanne, du kannst das, mach das!“

BJV-Mentoring als Vorbild
Mentoring macht inzwischen über Bayern hinaus Schule. Auch die Landesverbände in NRW, Berlin und seit Neuestem Hamburg und Sachsen-Anhalt paaren gestandene Kollegen mit Berufsanfängern. Die von Ulrike Kaiser betreute AG Bildung im DJV hat Mentoring zum Schwerpunkt gemacht und informiert in einer ausführlichen Broschüre (demnächst auch online).

Alumni-Treffen in Zukunft?

Vielleicht nimmt die AG eine Anregung aus Bayern auf: Der frühere Burns-Stipendiat Thiele schlägt eine intensivere Vernetzung vor, eine Art Alumni-Treffen aller Mentoring-Jahrgänge, die sich auch über Social Media austauschen. Voraussichtlich Ende Februar führen „Doc“ Soergel und sein Team wieder Auswahlgespräche in München.

Sie helfen, den passenden Mentor für jeden Mentee zu finden. Wunschkandidaten werden berücksichtigt. Sollte aus irgendeinem Grund eine Paarung vorzeitig auseinandergehen, was bisher nur zwei Mal vorkam, sind die Organisatoren flexibel und wechseln schnell im Strom die Pferde. Bei Susanne Pahler und Christian Thiele passte alles vom ersten Moment. Obwohl der offizielle Teil des Programms abgeschlossen ist, fühlen sich Mentee und Mentor weiter verbunden. Auch um den halben Erdball herum.

Jetzt bewerben!
Die fünfte Runde des BJV-Mentoring-Programms startet im Mai 2012. Ab sofort können sich BJV-Mitglieder bis 35 Jahre als Mentee bewerben.

Voraussetzung:
Sie haben mindestens drei, maximal zehn Jahre Berufserfahrung. Bewerbungsschluss ist am 31. Januar 2012. Den Bewerbungsbogen und weitere Information gibt es auf der BJV-Homepage, dort finden Sie auch einen weiteren Erfahrungsbericht einer Teilnehmerin.

Senta Krasser


Der Artikel ist zuerst im "BJVreport" 6/2011 erschienen.

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