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Diskutierten über die Online-Zukunft im Lokalen (von links): Matthias Oberth, Robert Hackner, Thomas Mrazek und Heiko Lindner
Diskutierten im Presseclub Nürnberg über die Online-Zukunft im Lokalen (von links): Matthias Oberth, Robert Hackner, Thomas Mrazek und Heiko Lindner
Foto: 
Nicole Heupel

Bezirksverband Franken-Nordbayern

Entdecke die Finanzierung der unendlichen Möglichkeiten

Nürnberger Kollegen diskutieren über lokalen Online-Journalismus

München, Nürnberg, 25.01.2017

„Man muss sich genau überlegen, an welchen Social-Media-Angeboten man sich beteiligt. Wir Redaktionen hecheln immer allem hinterher. Wir schaffen es dann, Traffic zu generieren, aber wir schaffen es nicht, ihn zu monetarisieren.“ Mit dieser Aussage brachte Matthias Oberth die Herausforderungen in der digitalen Welt für die lokalen Medien auf eine einfache Formel.

Der Leiter des Onlineportals nordbayern.de (u.a. Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitung) diskutierte bei der Veranstaltung des Bezirksverbands Franken – Nordbayern gemeinsam mit Heiko Lindner, Redaktionsleiter Franken Fernsehen, und Robert Hackner, Leiter des Online-Büros der Stadt Nürnberg, unter dem Titel "Besser online – besser lokal?" über die Online-Strategien der Redaktionen.

Dass die lokalen Medien von Facebook und Co. immens profitieren, allen voran wegen der gigantischen Reichweitengewinne, davon waren alle überzeugt. Klar wurde in der von Thomas Mrazek, Vorsitzender der Fachgruppe Online DJV/BJV, moderierten Podiumsdiskussion allerdings auch, dass Social-Media-Angebote einen besonderen Bedarf an Aufmerksamkeit beanspruchen können – gerade auch, wenn Beiträge polarisieren.

Behutsamer Umgang mit heiklen Themen
So überlege man sich in den Redaktionen gleich zweimal, ob kurz vor Redaktionsschluss noch ein Artikel über Flüchtlinge veröffentlicht werden sollte, oder nicht. „Denn danach geht die Post ab“, erläuterte Oberth und Heiko Linder fügte hinzu: „Das tut zwar journalistisch weh, aber manchmal ist es besser, nicht zu veröffentlichen.“ Auch Robert Hackner von der Stadt Nürnberg berichtete über mangelnde Kapazitäten, um auf Facebook etwa „Schlammschlachten zwischen Tierschützern und Tierfreunden“ zu schlichten, „wir haben ja keine 24-Stunden-Schichten“.

Angesichts des Mehrwerts möchte allerdings keiner auf Facebook verzichten. Abstriche werden lieber woanders gemacht: Eine eigene App will sich weder das Franken Fernsehen, noch die Stadt Nürnberg leisten. Auch auf Instagram und Snapchat sei Franken Fernsehen nicht vertreten, erklärte Heiko Linder, „weil man das ja auch irgendwie händeln muss“.

Mit vielen kleinen Beibooten Geld verdienen
Ob denn manche Akteure, nicht nerven würden, wollte Thomas Mrazek von den Podiumsgästen wissen und spielte dabei auf Google und Facebook an, die aus dem Content lokaler Medien bare Kasse machen. „Man muss das Spiel mitspielen“, erklärte Linder, der wie Zeitungskollege Oberth weiterhin auf der Suche nach neuen Finanzierungsmodellen im Internet ist.

Mit Instant-Beiträgen, die bei Facebook oder Google publiziert werden und rund 80 Prozent der dort erzielten Werbeeinnahmen bescheren, konnten sich die Redaktionsvertreter nicht so richtig anfreunden, schließlich würde man dabei den Content aus der Hand geben. Dass Bezahlinhalte funktionieren, glaubte allerdings auch niemand. „Wir gewinnen nicht mit einem großem Schlachtschiff, sondern mit vielen kleinen Beibooten“, war sich Oberth
sicher.

Trotz aller Ungewissheiten: Traumberuf Journalist?
Angesichts der Möglichkeiten im digitalen Netz bleibt es auf jeden Fall spannend. Einig waren sich alle verantwortlichen Redakteure am Ende der Diskussionsrunde, die rund 25 Kollegen im Nürnberger Presseclub besuchten, darüber, dass trotz der vielen Ungewissheiten der Beruf des Journalisten ein Traumberuf bleibt: „Gerade jungen Nachwuchsjournalisten öffnet sich ein spannendes Feld mit viel Potenzial!“, brachte es TV-Mann Heiko Linder auf den Punkt.

Nicole Heupel

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