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Gruppenbild der BJV-Fachgruppe Print mit Margit Conrad, Bernd Schöne, Judith Stephan und Wolfgang Grebenhof
Sie vertreten die Interessen der Kolleginnen und Kollegen aus Tageszeitungen und Zeitschriften (von links nach rechts): Margit Conrad, Bernd Schöne, Judith Stephan und Wolfgang Grebenhof
Foto: 
Michaela Schneider

Fachgruppe Tageszeitungen

„Keine Fachgruppe Tageszeitungen mit Anhängsel Zeitschriften“

Wolfgang Grebenhof leitet die neue Fachgruppe Print – Ideenschmiede bringt konkrete Ergebnisse

Ingolstadt, 19.02.2017

Die neue Fachgruppe Print im BJV hat ihre Arbeit aufgenommen. Beim Bayerischen Journalistentag in Regensburg 2016 hatte die Mitgliederversammlung beschlossen, die beiden Fachgruppen Tageszeitungen und Zeitschriften zu einer gemeinsamen Fachgruppe zu verschmelzen. In Ingolstadt wählten Mitglieder nun deren Vorstand und diskutierten in einer Ideenschmiede über künftige Zielsetzungen.

Wolfgang Grebenhof zum Vorsitzenden gewählt
Als Vorsitzender wird Wolfgang Grebenhof, Redakteur und Betriebsratsvorsitzender bei der Fränkischen Landeszeitung in Ansbach, die neue Fachgruppe Print vertreten. Der 48-Jährige ist zudem stellvertretender Vorsitzender der Fachgruppe Betriebs- und Personalräte sowie stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV). „Die neue Fachgruppe Print soll keine Fachgruppe Tageszeitung mit dem Anhängsel Zeitschriften sein. Das ist mir wichtig“, betonte Grebenhof. Und auch BJV-Vorsitzender Michael Busch sagte, er erhoffe sich eine Stärkung des Printsektors Zeitschriften.

Als stellvertretende Vorsitzende werden Grebenhof zur Seite stehen: die 49-jährige Margit Conrad, Redakteurin beim Freisinger Tagblatt und Betriebsratsvorsitzende im Zeitungsverlag Oberbayern, die 55-jährige Judith Stephan, Chefin vom Dienst beim Wochenmagazin Werben und Verkaufen sowie Leiterin des Ressorts „Job und Karriere“ und der 56-jährige freie Münchner Wissenschaftsjournalist Bernd Schöne. In Abwesenheit wurde der Bayreuther Gunter Becker, Redakteur beim Nordbayerischen Kurier in den Vorstand des neuen Gremiums gewählt.

Zeitschriften: Spezielle Klientel mit speziellen Gesetzen
Den Rechenschaftsbericht für die Fachgruppe Zeitschriften übernahm Bernd Schöne als bisheriger stellvertretender Vorsitzender. Der Vorsitzende Klaus Meßenzehl war in Ingolstadt aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei. „Die Fachgruppe Zeitschriften ist ja angeblich tot, ich bin nicht ganz dieser Meinung“, sagte er. Krankheitsbedingt sei die Veranstaltungslage sehr dünn gewesen, doch habe man auf Bundesebene die eigenen Positionen eingebracht.

Man habe es mit einer speziellen Klientel mit speziellen Gesetzen zu tun – deren Sensibilitäten gelte es zu berücksichtigen. In gewerkschaftlichen Strukturen sei sie nicht allzu verankert.

Tageszeitungen: Viel Arbeit hinter den Kulissen
Beim Rechenschaftsbericht der Fachgruppe Tageszeitungen verwies Grebenhof neben dem Seminar der BJV-Fachgruppen Tageszeitungen und Zeitschriften „Wie man Mitstreiter gewinnt“ im mittelfränkischen Kainsbach vor allem auf die Arbeit hinter den Kulissen.

Es bewege sich etwas an der OT-Front (OT steht für „Ohne Tarifbindung“, mehr dazu bei DJV.de), sagte er, und nannte die Mitarbeiter des Obermain Tagblatts, die als „Wertschätzer“ mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen um eine faire Bezahlung kämpfen.

„Endlich, endlich regt sich auch hier Widerstand“, sagte Grebenhof mit Blick auf die Passauer Neue Presse – und forderte auf „das Feuerchen weiterzuschüren“. Die Gespräche mit dem Nordbayerischen Kurier, bei dem drastisch Stellen abgebaut werden, bezeichnete er als „rechten Eiertanz“, keiner wisse so recht „was und wie“.

Auf Bundesebene habe man einen Leitfaden Social Media als Handreichung für Redaktionen auf den Weg gebracht, mit dem Thema „Roboterjournalismus“ habe man sich auf einer Messe für Redaktionssysteme beschäftigt. Und auch mit Content Marketing werde man sich weiter auseinandersetzen – gerade an der Schnittstelle zu den Zeitschriften. 

Datengrundlage schaffen, Fahrplan entwickeln
Und wie soll es nun praktisch weitergehen mit der neuen Fachgruppe Print? Man wolle zunächst einmal eine „gesunde Datengrundlage schaffen“ in Sachen Zeitschriften, so Grebenhof, – und dann einen Fahrplan entwickeln.

Die Herbst-Seminare in Kainsbach sollen aufrecht erhalten bleiben. Und die neue FG Print will Mitglieder künftig verstärkt über interessante Veranstaltungen erreichen – etwa zu Themen wie investigativem Journalismus, der Rolle von Print im Allgemeinen oder auch der Zukunft des Fachjournalismus.

Fachgruppe will neuen Ausbildungstarifvertrag anstoßen
Ins „Jahr der Ausbildung“ des BJV bringt sich die Fachgruppe Print mit einem Antrag an die BJV-Mitgliederversammlung am 18. und 19. März in Bamberg ein, um auf Bundesebene eine Novellierung des Ausbildungstarifvertrags für Volontäre an Zeitschriften aus dem Jahr 1990 anzustoßen.

Der Antrag lautet: „Der BJV setzt sich im Gesamtvorstand, im DJV-Bundesverband und in dessen zuständigen Fachgremien dafür ein, dass der Ausbildungstarifvertrag für Volontäre an Zeitschriften nach dem Vorbild des Ausbildungstarifvertrages für Tageszeitungsvolontäre modernisiert und um zeitgemäße Ausbildungsinhalte ergänzt wird. Der Erhalt der Allgemeinverbindlichkeit hat aber Priorität.“

Auf der BJV-Website finden Sie die neue Fachgruppe Print unter: bjv.de/print.

Michaela Schneider

Schlagworte:

Fachgruppe Print

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