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Die Wertschätzer stärken Annette Körber und Till Mayer den Rücken: Die Journalistin und der Journalist wurden mit einem „politischen Schreibverbot“ belegt
Die Wertschätzer stärken Annette Körber und Till Mayer (beide im Vordergrund) den Rücken: Die Journalistin und der Journalist wurden mit einem „politischen Schreibverbot“ belegt
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Herbert Steiner

BJV-Landesvorstand

Kein Maulkorb für Wertschätzer — „Schreibverbot“ aufheben!

Offener Brief des BJV-Vorsitzenden Michael Busch an die Geschäftsführung des Obermain-Tagblattes

München, 27.04.2017

Sehr geehrter Herr Tischler,
sehr geehrter Herr Riedel,

seit einigen Monaten werden die Redakteure und Betriebsräte Annette Körber und Till Mayer in ihrem Haus mit einem „politischen Schreibverbot“ belegt. Den zwei Mit-Akteuren der Protestaktionen für einen Haustarif beim Obermain-Tagblatt wurde von der Geschäftsführung untersagt, Außentermine mit Lokalpolitikern und Funktionsträgern für den Verlag wahrzunehmen und über solche Veranstaltungen zu berichten.

Als Vorsitzender des Bayerischen Journalisten-Verbandes drücke ich mein Entsetzen über diesen Vorgang aus. Der BJV verurteilt diesen Versuch, diesen BJV-Mitgliedern und Redakteuren einen Maulkorb zu verpassen, aufs Schärfste. Gerade in einer Lokalredaktion gehört es zu den täglichen Aufgaben, Termine mit Politikern und Funktionsträgern wahrzunehmen, zu recherchieren und Hintergrundgespräche zu führen, um kritisch und objektiv berichten zu können.

Wenige Tage vor dem Internationalen Tag der Pressefreiheit ist ein solcher Schreibbann ein denkbar schlechtes Signal. Es kommt in der Öffentlichkeit und beim Leser alles andere als gut an, wenn Ihr Haus – und die als Miteigner fungierenden Mediengruppen Main-Post und Pressedruck in Augsburg – die Pressefreiheit zwar im Munde führen, selbst aber im Inneren in eklatanter Weise gegen diese Grundsätze verstoßen.

Und es macht die Sache keinesfalls besser, dass dieser Maulkorb-Erlass von Medienmanager David Brandstätter (aus dem „Mutterhaus“ Mediengruppe Main-Post), der erst im Juni 2016 als Aufsichtsrats-Vorsitzenden der Deutschen Presse-Agentur (dpa) bestätigt wurde, trotz eindringlicher Appelle nicht aufgehoben wurde.

Der BJV sieht es als ausgesprochen positiv an, wenn Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Landkreises, der Landrat sowie Abgeordnete verschiedener Parteien die von uns mitgetragenen Aktionen der „Wertschätzer“ unterstützen. Aus Ihrem Haus wird dagegen berichtet, dass die Verlagsleitung dadurch die Unabhängigkeit der Journalisten beeinträchtigt sehe. Dies kann ich nicht nachvollziehen.

Die Protestaktionen und die Veröffentlichungen der Solidaritäts-Kundgebungen werden von allen „Wertschätzern“ gleichermaßen getragen. Der Vorwurf gegen die beiden betroffenen Journalisten Annette Körber und Till Mayer, diese Vorgänge an die Öffentlichkeit gebracht zu haben, ist daher ungerechtfertigt, das Herausgreifen dieser beiden Mit-Akteure willkürlich.

Ich möchte Sie auch ausdrücklich darauf hinweisen, dass der Arbeitskampf beim Obermain-Tagblatt auf dem Boden gesetzlicher Vorgaben geführt wird. Das Streikrecht ist ein verbrieftes Recht, ebenso die Arbeit der Betriebsräte und der Gewerkschaften.

Daher fordere ich Sie sowie die Verantwortlichen bei der Mediengruppe Main Post und bei der Augsburger Mediengruppe Pressedruck auf, diesen Versuch der Einschüchterung aufzugeben und das „politische Schreibverbot“ sofort aufzuheben.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Busch
1. Vorsitzender

Kontakt:
BJV-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Maria Goblirsch
presse@bjv.de
0171 6876973

Weitere Informationen finden Sie auch unter: www.die-wertschaetzer.info

Schlagworte:

Obermain-Tagblatt

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