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Unter Kollegen: Armin Weigel mit seinem Siegerfoto "Landunter"
Foto: Stefan Puchner

Aktuell

Pressefoto Bayern belegt exzellentes Niveau der Pressefotografie

Landtagspräsidentin Stamm weist auf schwierige Honorarsituation der Bildjournalisten hin

München, 28.11.2013

„Hohe Qualität sollte den Auftraggebern etwas Wert sein“. Mit klaren Worten machte Landtagspräsidentin Barbara Stamm auf die viel zu niedrigen Honorare für Bildjournalisten aufmerksam. Zugleich betonte sie bei der Preisverleihung Pressefoto Bayern im Bayerischen Landtag, die ausgezeichneten Fotos und viele andere belegten, dass die Pressefotografie im Freistaat ein exzellentes Niveau besitze.

Siegerfoto: Ein Arbeitsauftrag für die Politik
Das Siegerfoto „Landunter“, aufgenommen beim Hochwasser im Juni, stammt von Armin Weigel aus Straubing. Der Gesamtsieg ist mit 2500 Euro dotiert.

Das Siegerfoto zeigt eine von der Donau überflutete Kleingartenkolonie. Nur noch die Dächer der Häuschen sind zu sehen. Juryvorsitzender Hans-Eberhard Hess sagte, dieses Bild sei auf den ersten Blick „nur grafisch schön“. Hinter der Fassade verbergen sich aber als Mahnung die vielen Einzelschicksale, aber auch die Hilfsbereitschaft bei einer Naturkatastrophe, die, ökologisch betrachtet, eine menschliche Katastrophe sei. Barbara Stamm verwies auf die Verantwortung der Politik: „Dieses Bild ist für uns im Landtag ein Arbeitsauftrag für die Zukunft.

Landtagspräsidentin spricht über Benachteiligung von freien Journalisten
Die Präsidentin ging auch auf die Bedeutung der Pressefotografie für ein demokratisches Gemeinwesen ein und bedauerte, dass die Gemeinsamen Vergütungsregeln, die geltendes Recht sind, nur von wenigen Verlagen einigermaßen umgesetzt wurden. Dies werde auch bei der Debatte um den Mindestlohn eine Rolle spielen.

Der professionelle Blick für die Situation
Michael Busch, Vorsitzender des Bayerischen Journalisten-Verbandes, warnte vor einer Herabsetzung der Fotografie. Eines Tages könnte es nur noch Zufallsbilder geben, vielleicht sogar gute, aber keine ausgezeichneten, weil diese Tätigkeit einen Mensch nicht mehr ernähre. Um alle viele Millionen Fotos, die an einem einzigen Tag im Internet gepostet werden, nur eine Sekunde lang zu betrachten, müsse man laut Statistik 228 Jahre alt werden. Busch: „Wir denken, wir seien Fotografen, weil wir ein Wunderwerk der Technik in der Hand halten.“

Aber auch mit dem neuesten Smartphone sei man nur ein Knipser. Die bei Pressefoto Bayern prämierten Bilder hingehen zeigten, dass man einen Blick für die Situation haben müsse, dass es gelte, den Moment exakt zu erfassen, eine ganze Geschichte in einem einzigen kleinen Foto zu erzählen.

Der Preis wird mit einem Hauptpreis und in sieben Kategorien vergeben. Die Sieger der weiteren Kategorien finden Sie im Überblick auf der BJV-Website.

Der Wettbewerb Pressefoto Bayern wird alljährlich vom BJV ausgeschrieben. Schirmherrin ist die Landtagspräsidentin. Im Maximilianeum werden auch die Preise überreicht und die Bilder in einer Ausstellung gezeigt, heuer bis zum 18. Dezember, dann geht es durch den ganzen Freistaat. Sponsoren sind diesmal die Bayernwerk AG, der Flughafen München, Rotary International, die WWK und das DJV Bildportal.

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