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Screenshot des VG Wort-Logos/tm
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BVJ-Geschäftsstelle

Autoren bekommen 100 Prozent

VG Wort verabschiedet einen neuen Verteilungsplan

München, 23.05.2017

Erlöse aus den gesetzlichen Vergütungsansprüchen gehen künftig zu 100 Prozent an die Autoren. Es sei denn, sie stimmen ausdrücklich (aber anonym) zu, dass ihre Verlage einen bestimmten Anteil an den Erlösen erhalten sollen. Das hat die außerordentliche Mitgliederversammlung der Verwertungsgesellschaft (VG) Wort am 19. und 20. Mai in München entschieden. Mit der Einigung auf einen neuen Verteilungsplan endet ein Streit, der die Ausschüttungen ein Jahr lang teilweise blockiert hatte.

Das heißt für wahrnehmungsberechtigte Journalisten: Es fließt Geld – viel Geld. Die VG Wort kann nun im Juni das das auszahlen, was sie durch die gesetzlichen Vergütungsansprüche eingenommen hat – und das waren im Jahr 2016 genau 184,71 Millionen Euro – das drittbeste Ergebnis in der 59-jährigen Geschichte der VG Wort.

Allein bei der Gerätevergütung wurden im abgelaufenen Jahr 124,12 Millionen Euro eingenommen – davon stammen allein 61,67 Millionen Euro aus Nachzahlungen für PC aus 2001 bis 2007 („nach altem Recht“). Das Geld, das jetzt zur Ausschüttung ansteht, wird also zum Teil für Texte bezahlt, die vor 15 Jahren geschrieben wurden (detaillierte Zahlen lesen Sie im Geschäftsbericht 2016 der VG Wort).

Zusätzlich wird die VG Wort Schritt für Schritt nun das Geld an die Urheber auszahlen, das die Verlage als Folge eines BGH-Urteils an die VG Wort zurückzahlen mussten. Die Richter hatten entschieden, dass eine pauschale Beteiligung der Verlage an den Einnahmen der VG Wort unzulässig sei.

Die Abschlagszahlung erfolgt im Juni
Der neue Verteilungsplan gilt ab dem Jahr 2017 – und damit erstmals für die Ausschüttungen, die 2018 an die Autoren gehen. Außerdem stimmten die Mitglieder in München darüber ab, auf welche Weise die Anteile aus 2016 ausgezahlt werden sollen.

Die Urheber erhalten danach zunächst im Juni eine Abschlagszahlung. Danach können die Berechtigten, so eine Pressemitteilung der VG Wort, bis zum 30. September 2017 entscheiden, ob ihr jeweiliger Verlag beteiligt werden soll. Bleibt eine solche Zustimmung gegenüber der VG Wort aus, erhält jeder Autor anschließend auch den Anteil, der noch auf 100 Prozent fehlt. Infos zu den diesjährigen Ausschüttungsquoten will die VG Wort in Kürze auf ihrer Webseite veröffentlichen.

Neue Mehrheiten durch neue BJV-Mitglieder
„Aus Autorensicht ist der neue Verteilungsplan der beste, den es je gab“, sagt Ulf J. Froitzheim, Mitglied im Verwaltungsrat der VG Wort und Beisitzer im BJV-Landesvorstand. Endlich sei auch die „Altlast“ eines verlegerfreundlichen Verteilungsschlüssels beseitigt. Während die VG Wort den Autoren im Printbereich 70 Prozent ihrer Einnahmen gutschrieb, zog die Abteilung Wissenschaft bisher die Hälfte als Verlegeranteil ab.

Auf zwei außerordentlichen Mitgliederversammlungen war der Versuch gescheitert, Mehrheiten für einen neuen Verteilungsplan zu gewinnen. Eine kleine Kritikergruppe um den Autor Martin Vogel und die „Freischreiber“ verhinderte eine Einigung. Inzwischen konnte die VG Wort die Zahl ihrer Mitglieder von 401 auf 835 mehr als verdoppeln, 430 Mitglieder stimmten ab.

Die „Neuen“ sorgten nun für klare Mehrheiten. „Ohne die rund 20 BJV-Mitglieder, die persönlich abstimmten und die vielen, die einige Vollmacht erteilt hatten, wäre der neue Verteilungsplan nicht so klar verabschiedet worden“, ist Froitzheim überzeugt. Der BJV danke allen, die sich hier eingesetzt hätten.

Verleger sollen auch künftig im Boot bleiben
Die VG Wort will ihre Arbeit im Sinn von Urhebern und Verlagen fortsetzen, das stellten die beiden geschäftsführenden Vorstände der VG Wort, Dr. Roberts Staats und Rainer Just, nach der Mitgliedersammlung klar. „Mit den neuen Verteilungsplanregelungen wurde die Grundlage dafür geschaffen, dass die VG Wort die gemeinsame sehr erfolgreiche Rechtewahrnehmung für Urheber und Verlage fortsetzen kann“, sagten sie.

Dafür bedarf es einer neuen gesetzlichen Regelung, die auf europäischer Ebene folgen könnte und die eine pauschale Beteiligung der Verlage wieder ermöglicht. Solange ist es Sache der Autoren, ob sie einer Beteiligung ihrer jeweiligen Verlage zustimmen. Die Sache bleibt spannend.

Maria Goblirsch

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