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BLM-Präsident Siegfried Schneider eröffnet die 25. Lokalrundfunktage in Nürnberg
BLM-Präsident Siegfried Schneider eröffnet die 25. Lokalrundfunktage in Nürnberg
Foto: 
Michaela Schneider

Fachgruppe Rundfunk

Kleine Lokalredaktionen, große Ereignisse

Lokalrundfunktage in Nürnberg feiern 25. Geburtstag

Nürnberg, 05.07.2017

Mehr als 80 Referenten an zwei Tagen, erstmals eine „Local Web Conference“ zum Thema „Lokales im Netz“ und vorab ein Volocamp für den Broadcasting-Nachwuchs: In seiner Eröffnungsrede konnte Siegfried Schneider, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) auf manchen Höhepunkt im Jubiläumsjahr der Lokalrundfunktage in Nürnberg verweisen. Der Branchentreff für den lokalen und regionalen Rundfunk feiert heuer seinen 25. Geburtstag.

Gute Wegmarken für digitalen Hörfunk
Umso mehr ein Grund in die Zukunft und auf anstehende Herausforderungen zu blicken. Eine davon ist, wie in Schneiders Rede deutlich wurde, der langsame Abschied von der analogen Radiotechnik UKW und der Umstieg aufs digitale Radio. Ende Dezember 2016 hatten der Bayerische Rundfunk und die BLM einen Kooperationsvertrag im Bereich des Betriebes von DAB-Netzen in Bayern unterzeichnet. Beim „Digital Audio Broadcasting“ werden Audiosignale über Antenne digital verbreitet.

Die BLM bietet den privaten Sendern nun entsprechenden Sendeplatz an mit der Zielsetzung, dass bis Ende 2018 alle heutigen UKW-Programme Bayerns Radiohörern auch in DAB+ angeboten werden können. Schneider sprach bei den Lokalrundfunktagen von „guten Wegmarken bei der Verbreitung des digitalen Hörfunks“.

Vom smarten Fernsehen
Auch beim Lokalfernsehen rüstet man sich, Schneider sprach sich entsprechend für eine „Verbreitung über moderne Plattformen“ aus – Stichwort Smart TV-Apps der Sender. Wie Lokal-TV-Sender auch hier Inhalte verbreiten und neue Zielgruppen erschließen können, erfuhren Lokalrundfunkbesucher später unter anderem bei der Veranstaltung „Amazon Fire TV, Apple TV, Android TV, HBBTV“.

Qualität muss stimmen
Technik schön und gut, aber: „Wir müssen unser Publikum auch erreichen“, sagte Schneider – und das gelinge, wenn die Qualität stimmt. In späteren Workshops und bei Diskussionsrunden ging es deshalb etwa um das „Zauberwort Daten“, um Charakterköpfe im Radio, um Vertrauen und Glaubwürdigkeit, um „Sport ohne Rechte“ oder auch um den Umgang mit großen Ereignissen in kleinen Lokalredaktionen wie dem Amoklauf im Münchner OEZ, den Terroranschlag in Berlin oder die verheerende Flut in Niederbayern.

„Es war einfach viel zu nah“
Über letztere berichtete auch Florian Jochum, Radio Trausnitz. Er stand vor technischen Herausforderungen, griff bei Interviews und eigenen Beiträgen auf die WhatsApp-Aufnahmefunktion des Handys zurück. Mehr zu schaffen machte ihm aber die eigene Nähe zur Katastrophe: „Es war einfach viel zu nah“, sagte der Journalist. Abrufbar auf der Website der Lokalrundfunktage ist ein Whitepaper „Breaking News“ mit „12 goldenen Regeln“.

Morgens Radio, abends Fernseher
Wer gut sein will, muss natürlich seine Hörer und Zuschauer gut kennen. Deshalb präsentierte Dr. Oliver Ecke vom Marktforscher Kantar TNS die Ergebnisse der Funkanalyse Bayern 2017.

An einem durchschnittlichen Werktag erreichen Bayerns Lokalradio-Programme 3,2 Millionen Hörer der Bevölkerung ab 14 Jahre, das sind 29 Prozent. Die höchste Tagesreichweite konnte erneut Antenne Bayern erzielen mit 3,3 Millionen Hörern. Die lokalen Fernsehprogramme in Bayern erreichen an einem durchschnittlichen Werktag 870.000 Zuschauer.

Einige Tendenzen erstaunen nicht, etwa dass morgens am meisten Radio gehört wird; dass immer noch zwischen 20 und 21 Uhr am häufigsten ferngesehen wird, sich das Internet jedoch zur Abendkonkurrenz entwickelt; dass das junge Publikum zu YouTube, Streaming-Diensten, Podcasts & Co abwandert. Hoffen lässt, dass Hörer und Zuschauer den Lokalsendern nach wie vor hohe Glaubwürdigkeit bescheinigen.

Preise, Preise, Preise
Verliehen wurden bei den Lokalrundfunktagen auch wieder die BLM-Hörfunk- und Lokalfernsehpreise. Die diesjährigen Preisträger im Überblick:

  • Rebecca Salyards und Jannik Metz, TV Oberfranken (Bester Nachwuchsbeitrag, Fernsehen),
  • Thomas Faupel und Uli Wiesner, Oberpfalz TV (Werbung und Promotion, Fernsehen),
  • Vanessa Hartmann und Andreas Holzmüller, Medienwerkstatt Franken, Nürnberg (Beste Spartensendung / Sondersendung, Fernsehen),
  • Daniel Lutz und Stefan Mack, Hitradio RT1, Augsburg (Beste aktuelle Berichterstattung und Information, Fernsehen),
  • Marcel Schmidt und Michi Fuchs, RSA Radio, Kempten (Werbung und Promotion, Hörfunk),
  • Achim Kasch, afk max, Nürnberg (Sonderpreis),
  • Maximilian Auer, Hitradio RT1 Südschwaben, Memmingen (Bester Nachwuchsbeitrag, Hörfunk),
  • die „Late Knights“ Benjamin Jungblut und Adrian Roser, Franken Fernsehen, Nürnberg (Unterhaltung und Comedy),
  • Bernhard Löhlein, Radio K1, Eichstätt (Beste Spartensendung, Hörfunk),
  • Manuel Krüger und Marco Wühr, Donau TV, Straubing (Beste aktuelle Berichterstattung und Information, Hörfunk),
  • Katharina Strodtkötter und Markus Pürzer, 106.4 Top FM, Fürstenfeldbruck (Beste Moderation im Lokalradio).

Kein Preis wurde heuer vergeben in der Kategorie „Beste Moderation Lokalfernsehen“. Zwar habe es eine ganze Reihe guter Moderatoren gegeben, aber keiner von ihnen habe die anderen wirklich überstrahlt, begründete dies Moderatorin Marion Schieder. Gewinner des Galaxy Music Award 2017 ist Ignacio „Iggy“ Uriarte, Singer und Songwriter der Band Lions Head.

Michaela Schneider

Schlagworte:

Rundfunk | Medienwandel

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